Hervorgehobener Beitrag

28 Jahre Erfahrung

  • im Projektmanagement komplexer Infrastrukturprojekte
  • im Consulting
  • in allen Leistungsphasen der HOAI

Nach 20 Jahren als Architekt und Projektmanager gründet Jürgen Rudolf Halm im Januar 2012 die hp-plus Projektmanagement GmbH. Eine Planungsgesellschaft von Ingenieuren.
Die Firma hat im Jahre 2017 ihr 5 Jähriges Jubiläum gefeiert. Wir arbeiten effizient, leisten verbindlich und nachhaltig und können nicht weniger als 100% geben. Seit Gründung der GmbH vor mittlerweile 7 Jahren haben wir namhafte Auftraggeber. In unterschiedlichen Branchen vertrauen uns die Kunden. Überzeugen Sie sich von der Auswahl.

engineering + consulting.

Experten für IT basiertes Projektmanagement von Großprojekten

Namhafte Auftraggeber sind seitdem:
Comebis GmbH
Ericsson GmbH,
Huawei Deutschland GmbH
Nokia GmbH
TÜV Rheinland GmbH,
STF Consulting GmbH
Telefonica GmbH
Vodafone D2 GmbH

1991-2011:
Jürgen Halm beendete sein Studium 1991 an der TFH Berlin. In den intensiven Nachwendejahre in Berlin mit einigen Wettbewerbsbeiträgen studierte Jürgen Halm sechs Semester Philosophie an der FU Berlin bei Professor Norbert Bolz (Medien- u. Chaostherie).  1991/92 arbeitet er als freier Mitarbeiter in Architekturbüros.   1993 gründete er zusammen mit Hans Kniepkamp und Susanne Seeger die Etage für Architektur und Neue Medien.  In diesem Labor wurde bis 1999 auf 1000 qm geforscht.

Seit 1996 firmiert das Büro unter halm + partner.  Zunächst entwickelte sich das Büro als klassisches Architekturbüro. Jürgen Halm leitete in dieser Zeit erfolgreich als Geschäftsführer die Geschicke einer Projektentwicklungsgesellschaft in der Immobilienbranche. Seit 2000 spezialisierte sich das Büro auf das Projektmanagement & Consulting komplexer Infrastrukturprojekte. Zunächst entwickelte das Büro eine Standortdatenbank von 2500 Berliner Standorten in Zusammenarbeit mit Wohnungsgenossenschaften, Maklern und Hauseigentümern. Ca. 125 Standorte wurden von Mobilfunkunternehmen für den Aufbau des UMTS Netzes in Berlin unter Vertrag genommen. Dies war der Grundstein für die weitere Spezifikation des Ingenieurbüros und es folgten Engagements als Senior Consulter in der Telekommunikationsbranche als Projektmanager für Akquisition und Civil Works. Die nächste Herausforderung war die stellvertretende Leitung bei Toll Collect für den Roll Out  im PPP (Public Private Partnership) Projekt LKW Maut Deutschland.  Die Aufgabe lautete: Roll Out/Aufbau von 3600 Mautstellen in Deutschland und dem angrenzenden europäischen Ausland. Wechselnde Consultingprojekte

2012 gründete Jürgen Rudolf Halm die hp-plus Projektmanagement GmbH. 

Schluss mit dem täglichen Weltuntergang

Denken in Lösungen.

Die Neurowissenschaftlerin Dr. Maren Unrner fordert einen „neuen“ Journalismus. Denken in Lösungen. Für den Ingenieur eine Selbstverständlichkeit.

Mit wissenschaftlicher Expertise erklärt die Autorin was in der modernen Medienwelt schief läuft und wie unser Steinzeithirn täglich von der digitalen Informationslandschaft überfordert wird.

Gründerin des Online Magazins Perspective Daily

Klimaschutz – Es könnte ungemütlich werden


Ingenieur und Innovator Gernot Kloss setzt sich mit den Mythen des Klimawandels und der Energiewende auseinander. Er zeigt auf, was der Gesellschaft nicht deutlich gemacht wurde – und wie ernsthaft unser Planet bereits bedroht ist. Erschienen in der Zeitschrift Cicero im Juli 2019.

In Sachen Energiewende muss das Ruder radikal herumgerissen werden, findet Gernot Kloss / picture alliance

Gernot Kloss ist Ingenieur und Leiter eines Innovationsbüros für technische Zukunftsentwicklung und erneuerbare Energien in Bochum.

Ein bedrückendes Szenario bietet der Klimawandel, der von ewig Gestrigen entweder geleugnet oder durch Untätigkeit verstärkt wird. In Amerika sind es der republikanische Präsident und seine Mitstreiter, in Deutschland sind es die großen, konservativen Wirtschaftsteile von CDU/CSU und FDP, die AfD als Ganzes und inzwischen größere Teile der SPD. Den meisten fehlt das Wissen, um den Klimawandel zu verstehen. Den Medien fehlt ein Mehr an Wissen und da viele von ihnen sich politisch gebunden fühlen, der Wille zur sachlichen Aufklärung. Dabei erstaunt es, wie gespalten die Medien, die ja aufklären sollen, im Einzelnen sind. Es gibt eine Anzahl von ihnen, die beim Thema Klimawandel weggucken, und andere, die den Klimawandel leugnen. Als hartnäckigste Leugner haben sich hier der deutsche Journalist Roland Tichy mit seiner erzkonservativen Zeitschrift Tichys Einblick sowie der Journalist Henryk M. Broder mit seinem ähnlich zu bewertenden Blog Die Achse des Guten hervorgetan.

Die Wissenschaft vermag es nicht, einfach zu erklären

Aber auch normal denkende Menschen sind immer noch verunsichert. Dies liegt daran, dass die Klimaforschung aus aller Welt, einschließlich der deutschen, nicht in der Lage ist, den Klimawandel im Ganzen für alle nachvollziehbar zu erklären, besonders nicht dessen genaue Wirkungsweise. Es ist keine sachdienliche und besonders nicht für die Medien verwertbare Aussage, die bei wissenschaftlich-technischen Darstellungen grundsätzlich ihre Probleme haben, wenn gesagt wird, dass 97 Prozent aller Wissenschaftler, die sich mit dem Thema Klimawandel befassen, von einer durch Menschen gemachten Erderwärmung ausgehen. Besonders das vermeintliche Paradoxon, dass der Klimawandel stärker voranschreitet, obwohl die Welttemperatur zur Zeit nur mäßig ansteigt, ist immer noch nicht geklärt. Den Grund hierfür zu finden und mit Fakten zu untermauern hätte selbst die härtesten Leugner des Klimawandels überzeugt. Hierauf hätten beispielsweise das Geomar-Helmholtz-Zentrum in Kiel sowie das Potsdam-Institut für Klimaforschung längst Antworten geben müssen. Das wäre schon deshalb sinnvoll gewesen, um die besonders uneinsichtigen Skeptiker aus der Politik, der Wirtschaft und den Medien zu überzeugen. Doch wieder einmal vermochte es die Wissenschaft nicht, den Menschen Abläufe in einfacher Form sinnvoll zu erklären.

Besonders unsere Politiker-Spitzen hätte man durch intelligente Denkansätze dazu bringen müssen, endlich intensiver über die drohenden Gefahren der Klima-Erwärmung nachzudenken als bisher. Ist hier neben einer gewissen Fachignoranz auch Ängstlichkeit zu erkennen, die ein konsequenteres Handeln verhindert? Und liegt es vielleicht nicht auch daran, da alle Institute am Tropf staatlicher Subventionen hängen, dass man aufgrund der Gefahren durch den Klimawandel sehr massiv Stellung gegen die Umweltpolitik unserer Regierenden hätte nehmen müssen, es sich mit ihnen aber nicht verderben wollte? Dies wäre für eine freie Wissenschaft fatal und für die Politik beschämend, nicht in der Lage zu sein, ihre Wissenschaftler in einem der reichsten Länder der Welt so ausreichend mit Geld zu versehen, dass diese völlig frei und unabhängig arbeiten können.

Die Welttemperatur steigt nicht linear, sondern progressiv

Die letzte fehlende Klarheit über den Klimawandel ist in der Unsicherheit der Klimaforschung begründet, die zur Zeit zwar die Ursachen und Auswirkungen des Klimawandels kennt, nicht aber deren genaue Zusammenhänge und Abläufe und diese deshalb nicht abschließend erklären kann. Vor allen Dingen nicht, weshalb der Klimawandel immer schneller voranschreitet. Dies erstaunt, da die Zusammenhänge aufgrund ihrer einfachen physikalischen Abläufe den Menschen sehr leicht zu erklären wären. Es bringt wenig, stets nur in eine Richtung zu denken. Allein das Sammeln wissenschaftlicher Daten ersetzt keine Analysen und führt nicht zu neuen Erkenntnissen. Sehr viel wichtiger als zu wissen, dass etwas geschieht, ist zu wissen, wie und weshalb etwas geschieht.

Erstaunlicherweise sind Intellektuelle oft „völlig taub“, wenn es um Fakten geht (Zitat: Harvard-Professor Steven Pinker). So geht die Klimaforschung immer noch davon aus, dass der Klimawandel im Gleichklang mit der weiteren Zunahme von CO2 auf der Erde linear zunimmt. Das heißt, man misst den CO2-Gehalt in der Luft, der beispielsweise zu einer Erwärmung der Welttemperatur von einem Grad Celsius geführt hat und nimmt dann an, dass die gleiche Menge CO2 zu einer weiteren Erhöhung der Welttemperatur von einem Grad Celsius führen wird. Hier irren sich die Klimaforscher, denn unsere Welttemperatur steigt nicht linear, sondern progressiv an. Deshalb ist selbst die Aussage von Klimaforschern, die davon ausgehen, dass sich der Klimawandel schon in rund zwölf bis fünfzehn Jahren nicht mehr umkehren lässt, Hoffnungsdenken.

CO2 erst in über tausend Jahren völlig abgebaut?

Durch den CO2-Gehalt in der Luft wird die Sonneneinstrahlung auf die Erde permanent intensiviert. Und dies über sehr lange Zeiträume. Schätzungen gehen davon aus, dass sich das CO2 in der Luft in hundert Jahren, teilweise erst in über tausend Jahren völlig abbauen wird. Erst wenn dies genauer erforscht ist, lässt sich auch die Geschwindigkeit, mit der der Klimawandel sich entwickeln wird, genauer bestimmen. Während der gesamten Zeit wirkt das in der Luft enthaltene CO2 klimaerwärmend. Wobei jede zusätzliche CO2-Anreicherung in der Luft zu einem progressiven Anstieg der Welttemperatur führt. Wenn diese zur Zeit nur mäßig und scheinbar linear ansteigt, hat das einen sehr wichtigen, physikalischen Grund. Ursache hierfür ist das weltweit zunehmende Schmelzen des Gletschereises.

Für das Schmelzen von Gletschereis werden die gleichen Wärmemengen benötigt, die erforderlich sind, um das Wasser im Eis dieser Gletscher auf über 80 Grad Celsius zu erwärmen. Diese gewaltigen Wärmemengen müssen der Umgebungsluft entnommen werden. Entsprechend stark kühlt sich diese ab. Das Eisschmelzen der Gletscher wirkt somit als Regulativ des Weltklimas, in dem es die Atmosphäre abkühlt. Hierzu trägt auch die CO2-Aufnahme der Meere wesentlich bei, deren Aufnahmekapazität aber bald erreicht sein dürfte. Damit entfällt ein wichtiges Regulativ des Klimawandels. Dies sollte auch den Klimaforschern bekannt sein. Leider haben sie der Öffentlichkeit nie klargemacht oder klar machen können, dass damit ein großer Teil der Schutzreserven der Erde gegen den Klimawandel bereits verbraucht ist. Durch den weiteren, weltweiten Schmelzprozess des Eises werden weitere Teile dieser Schutzreserven verbraucht.

Das Versäumnis des Deutlichmachens

Das Abschmelzen der immer weniger werdenden Gletscher und Eisflächen wird zwar weiterhin helfen, das Ansteigen der Welttemperatur zu verlangsamen, es aber immer weniger aufhalten können. Das beweist das Ansteigen der Welttemperatur auf demnächst fast zwei Grad Celsius, trotz massivem Eisschmelzen. Mit jedem Verbrennungsvorgang steigt der CO2-Gehalt in der Luft weiter an und mit ihm die Welttemperatur. Da sich nach jedem Schmelzvorgang die Menge des verbleibenden Eises und damit dessen Potenzial als Temperatur senkendes Regulativ verringert, muss sich die Welttemperatur zwangsläufig immer schneller erhöhen. Bedenkt man, dass es auf der Welt rund fünfzehn Millionen Quadratkilometer an Gletschereis geben soll, das bereits zügig schmilzt, wird erkennbar, dass durch die Wärmeentnahme aus der Umgebungsluft die Welttemperatur zur Zeit nur sehr mäßig steigen kann. Dieser Zustand wird aber von relativ kurzer Dauer sein und er macht überdeutlich, dass wir uns bereits in einem sehr weit vorangeschrittenen Prozess der Klimaveränderung befinden. Dies sollte die Wissenschaft möglichst schnell erkennen und den heutigen Klimaskeptikern, vor allem aber den Regierenden, deutlicher vor Augen führen.

Aber auch bei den Bürgern hätte ein einfacher Vergleich dazu beitragen können, die Sichtweise für den Klimawandel zu schärfen. Selbst das haben die Klimaforscher versäumt. So hätten sie längst deutlich machen müssen, dass eine Erhöhung der Temperatur um beispielsweise drei Grad Celsius sich zwar wenig anhört, bezogen aber auf die durchschnittliche Welt-Temperatur von ca. 14 bis 15 Grad Celsius eine Steigerung von gut 20 Prozent bedeutet. Bei Zahlenangaben denken Menschen meist irrational. Ein Anstieg der Temperatur von drei Grad Celsius wird als sehr gering, ein Anstieg der Temperatur von 20 Prozent und mehr als hoch empfunden. Auch sollte darüber nachgedacht werden, das Wort Klimawandel, das den Menschen einen sanften, natürlichen Temperaturanstieg suggeriert, durch einen Begriff zu ersetzen, der die Gefahren des Klimawandels sehr viel deutlicher macht. Als Ersatz könnte das Wort Klima-Umbruch genutzt werden.

Eine Vielzahl von Katastrophen erwartet die Welt

Nun aber zu der für alle Menschen existentiellen Frage, was passiert, wenn das Schmelzen des Gletschereises zu Ende geht und damit jeder weitere Temperaturaustausch? Dann wird die bereits stark angestiegene Welttemperatur einen weiteren Sprung nach oben machen. Dieser Temperatursprung wird am Ende noch dadurch verstärkt, dass die nach dem Schmelzen eisfreien Erdbereiche nicht mehr in der Lage sein werden, die Wärmestrahlen der Sonne wie bisher zu reflektieren. Dadurch wird die Entwicklung des Klimawandels noch schneller voranschreiten. Wobei die daraus entstehenden katastrophalen Auswirkungen uns Menschen völlig überraschen werden.

Im weiteren Verlauf wird dann auch der große Rest der Permafrostböden auftauen. Hierbei werden riesige Mengen des besonders klimaschädlichen Methangases und das in diesen Böden sehr reichhaltig vorhandene Quecksilber durch Ausspülungen freigesetzt. Dieses Quecksilber tötet zuerst das Leben in den Bächen, Flüssen und Seen, später das in den Meeren. Diese Erkenntnisse, verstärkt durch die in der Vergangenheit gemachten Erfahrungen und die auch zukünftig zu erwartenden Versäumnisse durch uns Menschen, besonders aber durch die Politik, werden dafür sorgen, dass das angestrebte Vermeiden eines Temperaturanstiegs von unter zwei Grad Celsius wie angestrebt, nicht erreichbar sein wird. Ein Plus von drei Grad Celsius und mehr ist sehr viel wahrscheinlicher. Globale Schäden in Billionenhöhe, extreme Hitzewellen mit Millionen Toten, Orkane in nicht gekannten Stärken, Sturzregen, Überschwemmungen, dauerhafte Überflutungen großer Küstenregionen, Bodenerosionen ganzer Landstriche, Wassernot, Ernteausfälle, Hungersnöte, Flächenbrände, Kriege und daraus folgend Flüchtlingsströme in ungeahnten Ausmaßen werden zu erwarten sein und unsere Weltordnung massiv bedrohen. Dann aber lassen sich die Uhren nicht mehr zurückdrehen.

Bereits in 40 Jahren könnte es ungemütlich werden

Einige Wissenschaftler prognostizieren für das Jahr 2100, gerade in gut 80 Jahren, eine Zunahme der Welttemperatur um fünf Grad Celsius, wenn wir so weiter machen wie bisher und beim Klimawandel nicht rechtzeitig und nachhaltig entgegensteuern. Auch diese Annahme basiert auf einem linear steigenden Verlauf des Klimawandels. Da dieser aber progressiv verläuft, können die für das Jahrhundert 2100 von ihnen vorausgesagten apokalyptischen Endkatastrophen bereits schon in 50, 40 oder in noch weniger Jahren eintreffen. Dann aber wird unsere Erde von uns Menschen nicht mehr als solche empfunden werden. Damit es nicht so weit kommt, muss die Energiewende weltweit wesentlich intensiver und aggressiver durchgeführt werden und alle Hemmnisse radikal beseitigt werden. Hierzu gehört zwingend, dass zur Bekämpfung der hohen durch den Klimawandel zu erwartenden Schäden und Folgeschäden, von denen insbesondere die nachfolgenden Generationen betroffen sein werden, die besten Technologien eingesetzt werden müssen.

Nichthandelnde Verantwortliche müssen haften

Um ein weiteres Ausufern von Schäden zu vermeiden, sollte zudem eine gesetzliche Mithaftung aller Personen und Institutionen eingeführt werden, die immer noch Maßnahmen gegen den Klimawandel sabotieren. Eine solche Haftung müsste alle führenden Politiker, Manager, Unternehmen und Verbände einschließen, zudem Medien und Journalisten, deren Einfluss auf die Meinungsbildung der Menschen nicht zu unterschätzen ist. Denn die aufgrund von Umweltschäden entstehenden Kosten sind nicht nur astronomisch hoch, sie betreffen zudem alle Nationen dieser Erde und sie sind für ewig.

Die meisten Menschen können sich die Ausmaße der Klimaveränderungen und deren extrem hohe Kosten nicht vorstellen. Deshalb ein einfaches Beispiel von vielen: Angenommen, der Meeresspiegel würde lediglich um 20 bis 30 Zentimeter ansteigen, obwohl wir wissen, dass er um ein Vielfaches höher ansteigen wird. Dann genügt es nicht, alle Küsten-Dämme der Welt um diese Höhe aufzustocken, da die kinetische Kraft der Wellen, die aus dieser Erhöhung des Meeresspiegels resultiert, eine weit höhere Aufstockung erfordert, nämlich eine in der dritten Potenz zum Meeresspiegelanstieg. Nun könnte man meinen, ein Aufstocken der Deiche in diesen oder ähnlichen Höhen sei kein Problem. Technisch ist es das nicht, kostenmäßig aber würde es bereits bei diesen Höhen zu einem Problem werden. Probleme würden auch die Flußabläufe ins Meer bereiten. Damit die Gewässer der Flüsse, trotz Anstieg des Meeresspiegels, weiterhin in die Meere geleitet werden können ohne für immer das Umland großflächig zu überschwemmen und die Küstenstädte unbewohnbar zu machen, müssten die Flüsse eingedeicht werden. Aufgrund ihres in Küstenbereichen sehr geringen Gefälles würden sich daraus Fluss-Eindeichungen ergeben, die viele, viele Kilometer ins Binnenland führen. Diese müssten bei jedem weiteren Anstieg des Meeresspiegels erhöht und verlängert werden. Allein die Kosten, die hieraus entstehen würden, wären kaum zu überschauen, obwohl dieses Problem eines der kleineren ist.

Konservativen liegt die Heimat nicht am Herzen

Es ist schon ein Paradoxon, was das Wort Klimaerwärmung in unseren Köpfen auslöst. Eigentlich sollten alle Menschen davon überzeugt sein, diese verhindern zu müssen und entsprechend danach zu handeln. Denn zu allen Zeiten hat die Menschheit erfolgreich versucht, sich gegen die Gefahren der Natur zu schützen. Nur die Gefahren, die sich aus der von uns Menschen selbst verursachten Klimaerwärmung ergeben, erscheinen vielen von uns immer noch als wenig real. Dabei ist das Verhindern der Klimaerwärmung für uns alle von elementarster Bedeutung und die einzig verbleibende Möglichkeit, uns und unsere Erde zu schützen. Erde ist Lebensraum und Heimat der Menschen. Um so unverständlicher ist es dann, wenn besonders Menschen mit konservativer Grundhaltung, die dem Begriff Heimat ansonsten eine völlig übergeordnete Bedeutung beimessen, extrem verbissen gegen Maßnahmen zur Vermeidung der Klimaerwärmung ankämpfen. Dass die großen Energiekonzerne dies tun ist wesentlich verständlicher. Diese fürchten um ihren finanziellen Einfluss.

Den rückwärts gerichteten, überwiegend konservativen Politikern unseres Landes, die die Energiewende entgegen ihren öffentlichen Beteuerungen immer wieder klammheimlich bekämpfen, hierzu zählt die Mehrheit der CSU, die Partei mit eigenem Heimatministerium, ein Großteil der CDU mit unserer Bundeskanzlerin und ihre Parteikollegen Peter Altmaier, Michael Fuchs, Georg Nüßlein und weitere Mitstreiter, ein sehr, sehr großer Teil der FDP sowie die gesamte AfD, aber auch konservative SPD-Politiker wie der Kohlelobbyist Sigmar Gabriel sowie die Gewerkschafter Michael Vassiliadis und Reiner Hoffmann. Diesen sei gesagt, ein unwirtlicher Planet kann Menschen keine Heimat sein. Heimat bedeutet ein Stück Erde, auf dem man leben und sich wohlfühlen kann. Sandwüsten mit unwirtlichen Lebensbedingungen eignen sich weniger als Heimat. Und die könnten wir schon sehr bald bekommen, wenn unsere Politiker, unsere Gewerkschafter, Manager und Wissenschaftler nicht schnellstens hinzulernen.

Wir müssen aufhören, oft und überall hinzufliegen

Auffallend ist, dass sich besonders Konservative und Rechte gerne als Bewahrer alter Werte begreifen. Leider waren sie es nie und sie sind es heute nicht. Im Gegenteil, sie bremsen stets die Zukunft aus. Und wenn sie einmal Bewahrer sind, dann nur als Bewahrer von Machtstrukturen und die haben in einer modernen Welt keinen Platz. Diese Art Politiker sind es auch, die es zum Beispiel zulassen, dass der Luftverkehr als einer der größten Schadstoffemittenten in Deutschland immer noch subventioniert wird und, dass unsere Flughäfen stetig ausgeweitet werden, um noch mehr Passagiere möglichst billig befördern zu können. Das zusammen führt dann dazu, dass geistig unbedarfte Reisende für Kurzurlaube von lediglich drei bis vier Tagen, Flugreisen zu den Kanaren oder noch weiter buchen. Der Trend, statt eines erholsamen, längeren Flugurlaubs mehrere Flugkurzurlaube zu machen weitet sich immer mehr aus. Ein völliger Schwachsinn, der keinerlei Erholung bietet, dafür aber die Umwelt und das Klima extrem stark schädigt. Weshalb dieser Unsinn immer noch nicht unterbunden wurde, weiß kein Mensch.

Ministerium bremst Energiewende aus

In jüngster Vergangenheit wurde die Energiewende besonders oft durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie ausgebremst. So fielen unter der Leitung der Minister Gabriel und Altmaier einige Merkwürdigkeiten auf. Oft, nachdem beide Minister wieder einmal werbewirksam verkündet hatten, die Energiewende mit ganzer Kraft unterstützen zu wollen, kamen aus ihrem Wirtschaftsministerium Vorschriften und Erlasse, die das Gegenteil bewirkten. Wenn diese Vorgehensweise mit Zustimmung der beiden Minister der Vernebelung diente, wäre das den Bürgern gegenüber infam. Wurde dies aber von den leitenden Ministerialbeamten in Eigenregie durchgeführt, wären die ihnen vorstehenden Bundesminister überflüssig. Was Aufbau und Struktur anbelangt, hatte das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie schon immer einen hohen Veränderungsbedarf. Um in diesem Amt aber etwas verändern zu können, müssten sich zuerst die Sichtweisen seiner Beamten ändern.

Besonders die Sicht, was Wirtschaft eigentlich ist, sollte in diesem Hause überdacht werden. Wirtschaft ist ein Produkt, dass aus der Leistung vieler Menschen besteht. Entsprechend ist das hieraus entstehende Resultat eine Gemeinschaftsleistung aller Bürger unseres Landes. Deshalb darf es nicht sein, dass in diesem Hause traditionell immer noch nur die Interessen der Großunternehmen und ihrer Aktionäre gesehen werden, nicht aber die der Bürger. Diese sind es letztlich doch, die die Wirtschaftsleistung unseres Landes erbringen und nicht die Aktionäre. Aufgrund der zahlreichen Vorfälle sollte sich das Wirtschaftsministerium endlich einmal fragen, ob es für alle Bürger da sein will oder ob es sich zu einem Haus für Begünstigte und Lobbyisten entwickeln möchte.

Wir lassen uns von den Politikern belügen

Dass Politiker die Bürger täuschen ist bekannt. Bezüglich der Energiewende wurden wir über Jahre von den letzten Bundesregierungen belogen. Damit sollten eigene Versäumnisse kaschiert werden. Regierungskonforme Medien unterstützten sie dabei nach Kräften. Immer wurden die Bürger damit beruhigt, dass bei uns alles bestens wäre und wir weltweit immer noch Vorreiter im Bereich der Energiewende seien. Auf diesem hohen Level ließen es sich die Bürger dann gefallen, dass Teile der Politik die Energiewende immer wieder ausbremsten. Nach einer von McKinsey durchgeführten Studie stellt sich jetzt heraus, dass wir auf der Weltliste der besten Energiewendeländer gerade einmal den sechzehnten Platz einnehmen. Einen Platz noch hinter Malaysia. Und im europäischen Vergleich kommt die einst so hochgelobte deutsche Energiewende gerade einmal unter die ersten zehn Besten. Dieser Befund ist beschämend und deshalb besonders bitter. Dabei hätte unser Land alle Möglichkeiten, realer Vorreiter der Energiewende zu werden und deren elementare Vorteile zu nutzen. Wir haben das Geld und das Know-how dazu. Sollte die Energiewende in Deutschland politisch endlich einmal intelligent gesteuert werden, ergäben sich für unser Land mit der Zeit stark abnehmende Kosten und danach mittlere bis hohe Gewinne.

Wenn beispielsweise durch den Einsatz großer Energiespeicher eine hohe Anzahl von Kohlekraftwerken durch Windkraft- und Solarenergie dauerhaft ersetzt werden könnten, ergäben sich hierdurch enorme Einsparungen. Zudem würde dies unserer Wirtschaft weltweite Wettbewerbsvorteile bringen. Inzwischen liefern die Erzeuger regenerativer Energien elektrischen Strom zu sehr geringen Kosten. Ein Kohlekraftwerk dagegen verbraucht ständig Kohle und Wasser. Durch das Verbrennen der Kohle und das Verdampfen des Wassers in den Kühltürmen ergeben sich zudem hohe Belastungen der Umwelt. Der hierbei anfallende Feinstaub-, Schwermetall- und Quecksilber-Ausstoß führt zu hohen Krankenständen, die wiederum die Allgemeinheit durch hohe Produktionsausfälle und Krankenkassenbeiträge belasten. Schlimmer aber noch sind die durch den Schadstoffausstoß verursachten hohen Todesfallraten. 

Schon jetzt könnte man alte Kohlekraftwerke abschalten

Ein Kohlekraftwerk mit einer Leistung von rund 1.000 Megawatt verbraucht pro Tag rund 8.000 Tonnen Steinkohle. Der Verbrauch von Braunkohle liegt sehr viel höher. Bei einem angenommenen Preis von 80 Euro je Tonne sind das pro Tag 640.000 Euro. Rechnet man den Wasserverbrauch zum Kühlen hinzu, gut 650.000 Euro. Somit belaufen sich die reinen Verbrauchskosten auf gut 237 Millionen Euro pro Jahr. Hierzu kommen noch hohe Reparatur- und Wartungskosten. Die Verbrauchskosten von Gaskraftwerken liegen noch höher. So ließen sich allein durch das Abschalten eines Kohlekraftwerks Unterhaltskosten in Höhe von weit über 240 Millionen Euro pro Jahr sparen. Schon jetzt haben wir genügend Strom in den Netzen, um einige alte Kohlekraftwerke abzuschalten. Durch einen schnelleren flächendeckenden Zubau von Solar-und Windkraftanlagen könnten permanent weitere Kohlekraftwerke vom Stromnetz genommen werden. Leider ist es technisch noch nicht möglich, auf alle Kohlekraftwerke zu verzichten. Wohl aber auf die unrentabelsten und schmutzigsten unter ihnen.

Sollte sich der Markt für Elektrofahrzeuge zügiger entwickeln, wird ein noch schnellerer Ausbau von Solar- und Windkraftanlagen, eventuell auch ein weiterer Ausbau der Stromnetze erforderlich sein. Sehr viel wichtiger als weitere Überlandleitungen, deren Kosten bei einer Verlegung im Boden stark steigen werden, ist der Bau großer Energiespeicher, da Stromnetze überschüssigen Strom zwar örtlich, nicht aber zeitlich verschieben können. Immer wenn Strom in den Netzen zeitlich nicht gebraucht wird, werden für seine Speicherung Speicher benötigt. Allein durch die Stilllegung eines schmutzigen Kohlekraftwerks lassen sich soviel Unterhaltskosten sparen, bezogen auf lediglich vier bis fünf Jahre Kraftwerklaufzeit, dass dafür bereits Energiespeicher mit gleicher Leistung gebaut werden können.

Alternative Großspeichervarianten stehen zur Verfügung

Als Großspeichervarianten stehen Gravitationsspeicher sowie wegen ihrer hohen Effizienz Pumpspeicher zur Verfügung. Eine noch höhere Effizienz bei ähnlich hohem Speichervolumen und weiteren Vorteilen ergibt sich bei Pumpspeichern mit schwimmendem Speicherteil (Wanne). Weil diese kein zweites, höher gelegenes Wasserbecken benötigen, können sie überall im Land eingesetzt werden, zum Beispiel in Küstenbereichen zur Aufnahme großer Strommengen aus Offshore-Windkraftanlagen und Meereswellenkonvertern. Da ihre Wasseroberfläche durch ihr schwimmendes Speicherteil gegen Verdunstung geschützt ist, lassen sich diese Speicher langfristig auch als Wasserreservoire bei Dürren oder zum Löschen von Bränden nutzen. Neben Energiespeichern zur Speicherung elektrischer Energie werden in Zukunft zunehmend auch Wärmespeicher benötigt, insbesondere in Form von Schichtspeichern.

Anstatt den Bau moderner Großspeicher zu fördern, zumindest diese gleich wie andere Technologien zu behandeln, wurden aufgrund mangelnder Logik und fehlender Vorstellungskraft der hierfür zuständigen Politiker und Ministerialbürokraten Energiespeicher doppelt mit Abgaben belastet, weil man sie sowohl als Verbraucher als auch als Energieerzeuger einstufte. Fehlendes, zumindest mangelhaftes Wissen ist diesen Personenkreisen auch in anderen Bereichen der Energiewende zu bescheinigen. So sind ihnen neue Varianten in der Stromerzeugung, beispielsweise in Form von Konvertern zur Nutzung von Meereswellen oder Höhenwind- beziehungsweise Airborne-Windkraftanlagen zur Nutzung starker, gleichmäßig wehender Höhenwinde unbekannt. Aber erst mit diesen lässt sich die Energiewende zügig und kostensparend realisieren. Leider muss festgestellt werden, dass unsere heutigen Politiker, einschließlich Fachminister und Ministerialbeamte, bezüglich ihres technisches Wissen und dem Gespür für zukunftsweisende Innovationen absolute Laien sind. Leider aber werden diese noch für Jahre unsere Energiepolitik bestimmen.

Das Bausystem muss erneuert werden

Auch im Bauwesen könnte Bedeutsames verändert werden. Weit über 30 Prozent unseres gesamten Wärmeverbrauchs entfällt auf den Wohn- und Bürobereich. Doch noch heute bauen wir wie vor zweihundert Jahren. Durch den Einsatz neuartiger Techniken ließe sich im Baubereich, unter Verzicht auf zusätzliche wärmeerzeugende Fremdmittel, die das Bauen und die Folgekosten unnötig verteuern, ein extrem niedriger Energieverbrauch erreichen. Damit verbunden wären zudem eine höhere Langlebigkeit und Wertigkeit der Gebäude, außerdem geringere Bau- und Bewirtschaftungskosten, womit sich neben einer stark verbesserten Energiebilanz auch eine Verbesserung des Wohn- und Arbeitsumfeldes einstellen würde. So könnten Wandaufbauten in Form stabiler Blechstecksysteme eingesetzt werden, deren Füllungen aus nicht brennbaren Dämmmaterialien über 95 Prozent des Wandvolumens ausmachen. Hiermit kann ein bisher nicht realisierbarer Dämm-Wert erreicht werden. Da dieses Blechsystem sehr variabel und einfach im Aufbau ist, kann es selbst von Laien auf- und abgebaut werden. Somit ließen sich die Herstellungskosten von Häusern deutlich senken. Da der Dämmwert dieser Wandsysteme ohne zusätzliche Wärme erzeugende Technik mindestens dem eines Null-Energie-Plus-Hauses entspricht, sind heute übliche Heizanlagen überflüssig. Eventuell für sehr kalte Tage würden kleinste Heizungen in Form von Infrarot-Heizkörpern benötigt. Ansonsten würde zur Erwärmung der Räume die normale Sonneneinstrahlung sowie die Körperwärme ihrer Bewohner ausreichen. Zudem benötigt die Herstellung dieser Wandsysteme weit weniger Wärmeenergie als herkömmliches Mauerwerk.

In hügeligen und bergigen Gebieten sollte man bauen

Aufgrund des extrem geringen Gewichts, der hohen Elastizität und Stabilität ist der Einsatzbereich dieser Wandsysteme sehr groß. So könnten mit ihnen neben Parkhäuser und Supermärkte, die Flachdächer fast aller Gebäude ohne Verstärkung der Gebäudestatik zu sehr geringen Kosten aufgestockt werden. Dies würde dazu beitragen, den Verbrauch an Baugrundflächen gering zu halten. Zudem ließen sich mit dieser neuen Technologie auch große Teile der vorhandenen Wohn- und Gewerbebauten wärmemäßig optimieren. Aufgrund ihrer extremen Stabilität und Elastizität überstehen aus diesen Wandsystemen bestehende Häuser sogar Bodensenkungen und Bodenverwerfungen, so dass sie selbst in Erdbebengebieten eingesetzt werden können. Voraussetzung für den Großeinsatz dieser Wandsysteme ist eine ausreichende Erstförderung durch den Staat. Dies ist aufgrund unserer rückständigen Fördermodalitäten aber nicht zu erwarten.

Eine weitere Möglichkeit, Klimaschutz und Kosteneinsparungen miteinander zu verbinden, besteht bei der Errichtung von Wohngebäuden, insbesondere in hügeligen oder bergigen Gebieten. Hier stellt abfließender Starkregen eine große Überflutungsgefahr dar. Nach Abtragen des Mutterbodens werden die Häuser mit ihren Kellern direkt auf den darunter liegenden, tragenden Grund errichtet und der abgetragene Mutterboden danach hügelförmig um die Kellerwände herum wieder angeschüttet. Somit kann auf die herkömmlichen, tiefen und teuren Ausbaggerungen für die Keller-Aufnahme und die teure Entsorgung des Erdaushubs verzichtet werden. Häuser in dieser Form wären zugleich optimal gegen Hochwasser geschützt. Zudem führen die Schrägen des angeschütteten Erdreichs zu einer Vergrößerung der Bodenoberfläche von bis zu 40 Prozent. Dadurch reduziert sich die Bodenversiegelung auf nur noch rund 60 Prozent.

Das Berufspendeln muss ein Ende haben 

Es gibt noch weitere, ungenutzte Möglichkeiten, den Energieverbrauch unseres Landes und in erweiterter Form den weltweiten Energieverbrauch zu senken und zugleich Kosten zu sparen. Beispiel Berufsverkehr: Warum gibt es in unseren Städten immer noch über 50 Prozent Berufspendler? In einigen Jahren wird die Hälfte aller Menschen weltweit in Großstädten leben. Warum müssen über 50 Prozent der Arbeiter und Angestellten der Städte jeden Morgen von A-Stadt nach B-Stadt und etwa die gleiche Anzahl von B-Stadt nach A-Stadt zu ihren Betriebsstätten und abends wieder zurückfahren? Ließen sich nicht über Koordinierungsstellen viele dieser Arbeitsplätze untereinander austauschen und somit die Zahl der Pendler auf ein mögliches Minimum reduzieren? Die Vorteile wären stark verminderte Umweltbelastungen, hohe Zeit- und Kostenersparnisse, keine nervenzermürbenden Staus und somit ausgeruhte, wenig belastete Menschen. Noch besser wäre es, möglichst vielen Mitarbeitern in ihren privaten Häusern und Wohnungen eine Arbeitsstätte einzurichten. Mit den uns heute zur Verfügung stehenden technischen Mitteln wäre eine Kommunikation zwischen Arbeitsstätte und Unternehmen jederzeit möglich. Dies würde zudem zu kleineren Betriebsstätten mit geringeren Flächenverbräuchen und letztlich zufriedenen, leistungsbereiteren Mitarbeitern führen.

Das Dienstwagenproblem

Auch bei Firmenmitarbeitern mit Dienstwagen könnten bei intelligenterer Einsetzung der Kommunikationsmittel viele Fahrten eingespart werden. Dies würde helfen, die Umweltbelastungen durch Kraftfahrzeuge deutlich zu reduzieren. Ein wichtiger Punkt dabei ist, dass nicht allen Mitarbeitern Dienstwagen zur Erfüllung ihrer Arbeiten zur Verfügung gestellt werden, sondern oft nur deshalb, um sie zu motivieren oder sie firmenseitig zu binden. Mitarbeitern, die im Auto immer noch ein Statussymbol sehen, ist dies oft mehr wert als ein höheres Gehalt oder ein besseres Arbeitsumfeld. Mit protzigen, besonders PS-starken Autos, deren Verbrauch entsprechend hoch ist, können sie ihre betriebliche Wertschätzung dann auch nach außen hin sichtbar machen. Um auch diesen Menschen den Klimaschutz näher zu bringen, muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden.

Auch die monatliche Besteuerung des Firmenwagens für Privatfahrten von einem Prozent des Fahrzeuglistenpreises verstärkt den Klimawandel. Der sich hieraus ergebende Betrag wird dem Gehalt der Mitarbeiter zugeschlagen und zusammen versteuert. Selbst dann, wenn diese mit ihren Dienstwagen wenig oder gar nicht privat fahren. Durch die Steuerprogression wird dann nicht nur der geldwerte Vorteil für die Eigennutzung, sondern auch das Gehalt höher besteuert. Diese vom Staat diktierte, meist als ungerecht empfundene Steuererhöhung verärgert. So werden viele darauf bedacht sein, privat möglichst so viel mit dem Firmenfahrzeug zu fahren, damit die hierdurch entstehenden Kosten diese Ungerechtigkeit wieder ausgleichen. In vielen Fällen wird auch mehr gefahren, indem die Fahrzeuge durch die Ehepartner oder die erwachsenen Kinder genutzt werden. Für den Schutz des Klimas eine vermeidbare Entwicklung.

Kosteneinsparungen sollten überzeugen

Allein die Kosteneinsparungen durch eine intelligent durchgeführte Energiewende sollten jedermann überzeugen. Leider gibt es auf den politischen Bühnen zu wenige Personen, die kompetent, unabhängig und wertneutral genug sind, diese Möglichkeiten nicht nur zu erkennen, sondern entsprechend auch umzusetzen. Wenn aber die Politik nicht in der Lage ist, die Energiewende voranzutreiben und weiter zu entwickeln, müssen alle Beteiligten es selbst in die Hand nehmen. Die Energiewende ist eine höchst wichtige Gemeinschaftsaufgabe und kann auch nur gemeinsam gelingen. Schon aus diesem Grunde sollten alle Beteiligten bereit sein, auf geringe Teile ihrer Privilegien zu verzichten und den Mut haben, zweckdienliche Lösungen für alle zu entwickeln. Ein kleiner Verzicht kann am Ende zu großen Gewinnen führen. Wäre zum Beispiel die Ökostrombranche bereit, darauf zu verzichten, dass der von ihr erzeugte Strom weiter wie bisher in voller Höhe subventioniert würde und statt dessen von allen Beziehern staatlicher Subventionen ein geringer Sockelbetrag zur Finanzierung großer Energiespeicher abgezogen werden könnte, wäre dies zukünftig für die gesamte Ökostrombranche ein Gewinn. Denn um die Netzspannung auch bei Stromüberschüssen halten zu können, müssen insbesondere bei sonnen- und windreichen Tagen, ihre Anlagen immer häufiger abgeschaltet werden. Dies lässt sich mit großen Energiespeichern vermeiden.

Neue Überlandleitungen allein können das nicht. Mit ihnen lässt sich Strom lediglich in andere Verbrauchsgebiete umleiten. Wird er dort nicht gebraucht, besteht also Stromüberschuss, muss auch dieser zu hohen Kosten entsorgt werden. Bei großen Energiespeichern ist dies anders. Durch sie ergeben sich neben einer hohen Netzstabilität für die Verbraucher hohe Kostenentlastungen durch das Einsparen teurer, zum Teil überdimensionierter Überlandleitungen. Besonders dann, wenn diese unterirdisch verlegt werden. Die größten Kostenentlastungen für die Verbraucher ergeben sich dadurch, dass durch die Speicherung des Stromes Zwangszahlungen für das Entsorgen überschüssigen Stroms ins Ausland entfallen, einschließlich der hierauf fällig werdenden Strafzahlungen.

Strom zu Dumpingpreisen

Erklärung: Muss überschüssiger Strom ins Ausland geleitet werden, damit bei uns die Stromnetze nicht kollabieren, kann dieser nur zu Dumpingpreisen verkauft werden. Meist sind hierauf noch zusätzliche Strafzahlungen zu entrichten. Allein in 2017 hat Deutschland Strom ins Ausland exportiert, der ausgereicht hätte, um 15,4 Millionen Haushalte ein Jahr lang zu versorgen (Frank Thelen, CEO Freigeist Capital). Da aber allen Ökostromerzeugern in Deutschland feste Vergütungssätze garantiert sind, werden die ihnen hieraus drohenden Verluste auf die Stromverbraucher abgewälzt. Dies ist ein schwerwiegender Verstoß der hierfür zuständigen Politiker gegen das Verursacherprinzip. Da das Problem allein aus der Überkapazität elektrischen Stroms entsteht, müsste es ausschließlich ein Problem der Stromerzeuger sein. Alle hieraus entstehenden Kosten sollten deshalb von ihnen getragen werden.

Völlig unverständlich ist, dass diese Zusatzkosten auch noch nach Jahren, immer noch den Verbrauchern in Rechnung gestellt werden. Durch diese absolut unsinnige Zusatzbelastung der Verbraucher, die von Jahr zu Jahr weiter zunimmt, wächst deren Unmut und mit ihr die Gefahr, dass hierdurch irgendwann die Energiewende insgesamt scheitern könnte. Das ließe sich vermeiden, in dem die Politik diesen Zustand endlich ändert und zudem auch die Energiepartner zu Konzessionen bereit wären, in dem sie sich an den steigenden Kosten der Energiewende beteiligen. Für die Erzeuger regenerativen Stroms bedeutet das, lediglich auf geringe Beträge der Fördergelder verzichten zu müssen. Bleibt alles wie bisher und scheitert dadurch die Energiewende, dann entfallen für sie alle Fördermittel.

Solidarität in der Energiewende

Sollte alles beim Alten bleiben, dann wird bei den jetzigen Fördermodalitäten der Staat irgendwann gezwungen sein, die Subventionen für Ökostrom drastisch zu kürzen, damit die Kosten der Energiewende für die Verbraucher nicht ins Unermessliche ansteigen. Diese Kürzungen könnten für alle sehr schmerzhaft ausfallen. Wären die Ökostromerzeuger allerdings frühzeitig zu kleineren Konzessionen bereit, beispielsweise durch den Verzicht eines Cents pro erzeugter Kilowattstunde Strom ihrer oft sehr hohen Vergütungen für die Finanzierung von Energiegroßspeichern, könnten sie größeres Unheil vermeiden und zukünftig als Gegenleistung sogar einen offenen Ausbau aller regenerativen Energien einfordern. Damit wäre ihnen, der Weiterentwicklung der Energiewende und somit allen geholfen.

Diese Solidarität sollte auch von den Landwirten gefordert werden, die schon seit Jahrzehnten durch die Steuerzahler subventioniert werden. Insbesondere sollten sie ihre meist überzogenen Pachtgebühren, die sie für das Errichten fremder Windkraftanlagen oder für unterirdisch auf ihren Feldern verlegte Überlandkabel verlangen, auf ein menschlich vernünftiges Maß begrenzen. Unabhängig hiervon könnte zudem überlegt werden, ob die auf diese Pachtgebühren anfallenden Steuern nicht zum Teil oder sogar ganz in die EEG-Umlage zur Entlastung aller Stromkunden einfließen sollten. Für eine zügige Weiterentwicklung der Energiewende wird immer mehr ein tragbarer Konsens zwischen Befürwortern von Windkraftanlagen und ihren Gegnern benötig. Hierfür bedarf es neben gesetzlichen Impulsen dringend neuer technischer Entwicklungen. Diese zu entwickeln ist weniger Aufgabe der Windkraftgegner, sondern vielmehr die der Windkraftindustrie und ihrer Verbände. Denn ein stetig wachsendes Problem heutiger Windkraftanlagen liegt darin, dass diese ständig an Größe zunehmen und mit ihnen ihre Flügel.

Rasche Wende? Mit heutigen Windrädern nicht

Dieser Trend zu immer größeren Flügeln wird zwar nur noch sechs bis acht Jahre anhalten, weil weitere Größenzunahmen dann weder wirtschaftlich, noch technisch sinnvoll sind. Ein rechtzeitiges Umdenken bei den Herstellern von Windkraftanlagen ist aber dennoch fraglich, da sich Änderungen in Deutschland meist erst nach vielen Jahren durchsetzen. Von unseren Politikern ist dieses rechtzeitige Umdenken schon gar nicht zu erwarten. Auch die Wissenschaft muss sich verändern. Auch ihr sollte bekannt sein, dass eine rasche Energiewende mit den heute vorherrschenden, horizontal drehenden Windkraftanlagen (HAWT) nicht möglich sein wird. Es ist immer noch unverständlich, dass die zahlreichen Vorteile vertikal drehender Windkraftannlagen (VAWT) nicht endlich von den Wissenschaftlern erkannt und aufgegriffen werden. Vielleicht sind es gerade die zahlreichen Vorteile, dass diese den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen. Dies würde auch die jüngste Durchführung eines im Jahr 2018 an die Universität Bochum vergebenen Forschungsauftrags zur Flügel-Optimierung von Windkraftanlagen erklären, bei der es die Wissenschaft selbst war, die einseitig ausgerichtet, das Einbeziehen von Flügeln vertikal drehender Windkraftanlagen in das Forschungsobjekt rigoros ablehnte. Das Volumen der Fördermittel hierfür lag vorab bei immerhin 4,5 Millionen Euro.

Psychische Belastungen durch Windräder

Für von der Windkraft betroffene Anlieger ergeben sich durch die ständigen Größenzuwächse horizontal drehender Windkraftanlagen zunehmend psychische Belastungen. Diese entstehen dadurch, dass bei ihnen die Schattenwürfe der Flügel nicht seitwärts an den Betrachtern vorbei, sondern von oben herab auf diese zueilen. Je größer die Windkraftanlage, umso größer ihre Flügel. Je größer ihre Flügel, umso größer deren Schattenwürfe und Geschwindigkeiten mit der sich diese auf die Betrachter zubewegen. Bei Umlaufgeschwindigkeiten der Flügelspitzen von bis zu dreihundert Kilometer pro Stunde werden diese Schattenwürfe von allen Menschen als sehr beängstigend empfunden. Hinzu kommt, dass eine Größenzunahme der Flügel in der Regel auch mit höheren Geräuschen verbunden ist. Von Tieren weiß man, dass sie von der Seite kommende Gefahren gut einzuschätzen wissen und schnell lernen, damit umzugehen. Bei Gefahren, die von oben aus der Luft drohen, ist dies völlig anders. Da sie solche Gefahren nicht einschätzen können, führt das bei ihnen zu schwerem Stress. Die Psyche des Menschen reagiert ähnlich. Auch für die menschlichen Betrachter macht es einen großen Unterschied, ob sich vor ihren Augen ein Objekt mit großer Geschwindigkeit vorbei- oder von oben direkt auf sie zubewegt.

Dabei gibt es längst bessere Alternativen zu den heute üblichen Windkraftanlagen. Es sind Windkraftanlagen mit vertikal drehenden Rotoren. Hierbei nehmen H-Rotoren eine besondere Stellung ein. Leider wird ihre Weiterentwicklung in Deutschland seit Jahrzehnten vernachlässigt. Dabei bieten sie enorme Vorteile. Wie immer bei neuen Techniken dauert es in Deutschland besonders lange bis sie sich durchsetzen. Sehr gute Techniken brauchen noch länger, weil die Hersteller alter Techniken diese massiv zu verhindern wissen. Die optischen Vorteile von Vertikalläufern sind: Die Flügelschlagschatten kommen von der Seite und die Flügel sind kleiner und bewegen sich erheblich langsamer. Trotz weiterer gravierender Vorteile wie höhere Lebensdauern, geringere Herstellungs- und Unterhalts-Kosten, der Wegfall von Turmlager und Nachführungen, die Skalierbarkeit der Flügel, ein besseres Ansprechverhalten, niedrige Schall-Emissionen, kleinere Schlagschatten sowie geringere Abstände zu Wohngebieten bei gleichen Turmhöhen aufgrund geringerer Gesamthöhen wird man in Deutschland noch lange an horizontal drehenden Windkraft-Anlagen festhalten.

20 bis 30 Jahre brauchen Reformen

Um in die Zukunft gerichtete Innovationen oder Reformen durchsetzen zu können, bedarf es in unserem Lande meist 20 bis 30 Jahre. Warum sollte sich das in diesem Fall ändern? Änderungen wird es wohl erst dann geben, wenn Untersuchungen ergeben sollten, dass der von horizontal drehenden Windkraftanlagen ausgehende Infraschall der Gesundheit von Anliegern schadet. Erst dann werden H-Rotoren wohl zur Standard-Technik erhoben. Dies ist nicht verständlich, da man schon seit Jahren erfolglos versucht, die immer größer werdenden Probleme und Nachteile, die sich aus dem Größenwachstum sowie der systembedingten Bauform horizontal drehender Windkraft-Anlagen ergeben, durch technische Korrekturen zu verbessern. Dabei ist Fachleuten klar, dass diese Technik weitgehend ausgereizt ist und nur noch marginal verbessert werden kann.

Derweil schläft die Politik wieder einmal und unterstützt solche marginalen Entwicklungen bei Horizontalläufern weiterhin mit hohen Fördermitteln. Selbst die bereits im Jahr 2006 von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission „Forschung und Innovation“ (EFI) – fordert regelmäßig für alle Bereiche der Energiewende neuartige Technologien und Innovationen an, da mit den herkömmlichen Technologien der Klimawandel nicht beherrschbar ist. Bisher ohne Erfolg. Der bisherige Nachteil von vertikal drehenden Windkraftanlagen gegenüber horizontal drehenden Windkraftanlagen, eine 20 bis 30 Prozent geringere Leistung, könnte schon heute durch H-Rotoren mit neuartig gestalteten Flügeln und einer verbesserten Flügel-Aufhängung ausgeglichen werden.

Höhere Leistungen durch Vertikaldrehung

Wissenschaftliche Studien sagen inzwischen voraus, dass es mit vertikaldrehenden Windkraftanlagen sogar möglich sein müsste, auch höhere Leistungen als mit horizontaldrehenden Windkraftanlagen zu erzielen. Außerdem haben vertikaldrehende Windkraftanlagen, insbesondere H-Rotoren, wie schon aufgeführt, gegenüber horizontaldrehenden Windkraftanlagen gravierende Vorteile. Sie sind wesentlich robuster, sehr viel kostengünstiger, ausbaufähiger, visuell erträglicher und extrem leise im Vergleich zu horizontal drehenden Windkraft-Anlagen. Aufgrund ihrer visuellen und akustischen Vorteile würden sich zumindest kleine bis mittelgroße Anlagen sogar für einen Einsatz auf Gewerbe- und Wohnbauten eignen. Auch Verwaltungsgebäude und Hochhäuser, ja selbst Schulen und Krankenhäuser würden sich aufgrund ihrer Gebäudehöhen bestens eignen und könnten somit einen großen Teil ihres Strombedarfs decken.

Diese Möglichkeiten wurden von der Politik aus Unwissenheit noch nie in Erwägung gezogen. Im Gegenteil, man fokussiert sich weiterhin auf horizontal drehende Windkraftanlagen mit ihren bekannten Nachteilen. Dieser beschränkten Sichtweise entsprachen dann auch die von der Politik festgelegten Mindestabstände zwischen Wohnbebauungen und Windkraftanlagen. Schon der in Bayern festgelegte Mindestabstand von Windkraftanlagen zu Wohnbebauungen, der das Zehnfache der Höhe einer Windkraftannlage betragen muss, sorgte bei Fachleuten für Unverständnis. Nordrhein-Westfalen als selbsternannter Vorreiter der Windenergie schaffte es mit Hilfe der FDP danach so gar, den Mindestabstand auf 1.500 Meter zu erhöhen. Begründet wurde diese sinnfreie Entscheidung damit, dass man einer „Verspargelung“ der Landschaft durch Windkraftanlagen entgegenwirken musste, um so die Akzeptanz der Bürger für den weiteren Bau von Windkraftanlagen zu erhalten. Zynischer lässt sich die Abneigung gegen Windkraftanlagen nicht begründen.

Zehntausende Funkmasten für 5G

Für die fünfte Mobilfunk-Generation (5G) dagegen, die in erster Linie von Unternehmen sowie für das autonome Fahren von Fahrzeugen benötigt wird, müssen demnächst zehntausende neuer Funkmasten errichtet werden. Diese dürfen dann auf Wunsch der FDP auch auf Wohngebäuden, Krankenhäusern und Altenheimen errichtet werden. Elektrosmog gleich mitgeliefert. Somit werden dann nicht nur die Landschaften optisch belastet, sondern zusätzlich auch noch die Wohnbereiche. So facettenreich kann liberale Politik sein. Ein zusätzlicher Vorteil von H-Rotoren ergibt sich in Windparks in denen sie aufgrund ihrer geringen Wirbelbildung in sehr komprimierter, platzsparender Form aufgestellt werden können. So konnten einer amerikanischen Studie zufolge im Off-Shore-Bereich auf der Fläche eines mit horizontaldrehenden Windkraftanlagen bestückten Windparks eine vielfach höhere Anzahl von vertikaldrehenden Windkraft-Anlagen eingesetzt werden. Zur Optimierung wurden dabei gegenläufig drehende H-Rotoren verwendet. Erreicht wurde dies dadurch, dass man die Flügel wechselseitig 180 Grad um ihre waagerechte Achse drehte und die Rotoren gegensätzlich laufen ließ.

Mit den heutigen, horizontaldrehenden Windkraftanlagen geht das nicht. Diese drehen stets in eine Richtung. Dadurch bremsen sich die Flügelwirbel benachbarter Anlagen gegenseitig ab. Sollten auch diese Windkraftanlagen mit gegensätzlich drehenden Flügeln eingesetzt werden, müssten hierfür völlig neue Flügel, einschließlich aller Formen und Vorrichtungen entwickelt werden. Da dies aus Kostengründen keinen Sinn macht, muss man bei horizontaldrehenden Windkraftanlagen weiterhin mit sehr großen Abständen leben. Somit wird viel Platz für weitere Windkraftanlagen verschenkt. Im Binnenland ließen sich mit H-Rotoren aufgrund der höheren Verdichtung große Teile der Landschaft von Windkraftanlagen freihalten. Wenn hier die doppelte oder gar die dreifache Anzahl an Windkraftanlagen mit H-Rotoren auf der Fläche, die horizontal drehende Windkraftanlagen benötigen, installiert werden könnte, wäre der Platzbedarf für Windkraftanlagen für die nächsten 20 bis 30 Jahre gedeckt.

Wechsel auf Vertikaldrehung

Nimmt man die Energiewende wirklich ernst, wäre allein dies ein Grund auf vertikaldrehende Windkraftanlagen zu wechseln. Eine Energiewende im Strombereich allein mit den heutigen, horizontaldrehenden Windkraftanlagen erreichen zu wollen ist völlig illusionär. Zudem ergeben sich für die Natur- und Vogelfreunde durch den Einsatz von Windkraftanlagen mit H-Rotoren noch weitere Vorteile. Neben ihren wesentlich geringeren visuellen und akustischen Beeinträchtigungen gegenüber horizontal drehenden Windkraftanlagen bewegen sich ihre Flügel bedeutend langsamer. Dies minimiert nicht nur die Geräuschemissionen, sondern verhindert auch sehr wirksam das beklagenswerte Schreddern von Vögeln.

Für Gebiete mit geringem Luftverkehr bieten sich zukünftig Höhenwindkraftanlagen an, auch als Airborne-Windkraftanlagen bezeichnet. Sie benötigen weder Türme noch Fundamente, ihre Herstellungskosten sind deshalb extrem niedrig. Durch das Nutzen der nur in großen Höhen vorkommenden, konstant wehenden Starkwinde ergibt sich eine durchgehende, wesentlich höhere und vor allem gleichmäßigere Stromerzeugung als das bei boden- oder seegebundenen Windkraftanlagen der Fall ist. Eine neuartige, durchgängig arbeitende Entwicklung in diesem Bereich ermöglicht es, ganz auf Kohle- und Gaskraftwerke zu verzichten. Eine weitere, verlässliche Energiequelle mit hohem Potenzial sind Konverter, die die Kraft von Meereswellen in elektrische Energie umwandeln. Bisher wurde das Potenzial einer alle Technologien umfassenden Energiewende, bezogen auf die uns heute zur Verfügung stehenden technischen Möglichkeiten, nur in ganz wenigen Bereichen genutzt. Und das nicht immer intelligent.

300 bis 500 Milliarden Euro Kosten für Energiewende 

Eine intelligent und schnell durchgeführte Energiewende kostet uns, da wir uns noch am Anfang der KlimaschädeneEntwicklung befinden, bei Nutzung aller uns zur Verfügung stehender Möglichkeiten und Einsparungen rund 300 bis 500 Milliarden Euro. Dies ist zwar ein recht hoher Betrag, der sich auf längere Sicht aber wieder einsparen lässt und später zu hohen Gewinnen führt. Allein für Amerika wurden die im Jahr 2018 durch den Klimawandel verursachten Schäden auf vierhundert Milliarden Dollar beziffert. Die Höhe dieses Betrags entspricht der Hälfte des jährlichen Gesamtsteueraufkommens unseres Landes. Dabei stehen wir erst am Anfang der Schadenentwicklung. Eine zögerlich durchgeführte Energiewende wie derzeit kann uns langfristig geschätzte zwei oder drei Billionen Euro für die Minderung, beziehungsweise Beseitigung der Schäden kosten. Eine Aufgabe der Energiewende mit der Rückführung schon erreichter Ziele, würde uns und den folgenden Generationen sogar Kosten in Höhe von fünf bis zehn Billionen Euro bescheren sowie eine unbewohnbare Welt.

Wir sind abhängig von anderen Nationen

Natürlich sind wir bei der weltweiten Bekämpfung des Klimawandels auch von anderen Nationen abhängig. Aber je besser und nachhaltiger wir unsere Technologien und Strukturen entwickeln und einsetzen, um so geringer wird unsere Abhängigkeit. Für den anzunehmenden Fall, dass die Temperaturen aufgrund der weltweiten Versäumnisse lebensedrohende Ausmaße erreichen, können wir deren Folgen mit den so entwickelten Technologien voraussichtlich auf ein für uns Menschen erträgliches Maß reduzieren und diese weltweit gewinnbringend verkaufen. Diese Technologien können zudem helfen, auch andere Bereiche unseres Lebens zu verbessern. Mit der Zeit werden auch andere Nationen von unseren Erkenntnissen lernen, so dass sich die Entwicklungsstände untereinander immer mehr angleichen. Es ist nicht die Dummheit, die uns Menschen umbringen wird. Es ist die Ignoranz, Dummheiten nicht sehen zu wollen.

Dennoch besteht die Hoffnung, dass der Klimawandel doch noch rechtzeitig genug bekämpft wird. Nämlich dann, wenn die Reichen und Mächtigen dieser Welt erstmals merken, dass sie durch den Klimawandel materiell und immateriell sehr viel mehr zu verlieren haben als die normalen Bürger. Im schlimmsten Falle, nachdem wir Menschen alle unsere Chancen haben verstreichen lassen, bliebe als einziger Ausweg ein extrem energie- und kostenaufwendiges, aus heutiger Sicht wenig sinnvolles Verfahren, das Herausfiltern von Kohlenstoff aus der Luft. Zu vergleichen mit einem riesigen, durch Chemikalien verseuchtes Trinkwasserreservoir, bei dem versucht wird, durch technisch sehr aufwendige, zigfache Filterungen das Wasser wieder trinkbar zu machen. Für die Rettung der Menschheit wäre dies dennoch eine Chance. Allerdings die letzte.

Die Juli-Ausgabe des Cicero beschäftigt sich mit der Frage „Wie viel Klima macht der Mensch“. Sie können sie am Kiosk oder direkt bei uns portofrei kaufen.

Tagesspiegel vom 10.10.2010: Folgen der Einheit

20 Jahre deutsche Einheit

Gemischtes Doppel

„Tennis passt nicht zu einem Sportfunktionär“, bekam Jochen Roschild in der DDR zu hören. Mit der Einheit verlor er seinen Job Jürgen Halm fand Vereinsarbeit spießig. Die Liebe zum Tennis siegte über Wendefrust und Vorurteile. Jetzt spielen sie gemeinsam

Irgend etwas stimmte nicht, das fühlte Jochen Roschild bei diesem ersten regulären Punktspiel seines Treptower Tennisclubs gegen ein West-Berliner Team ganz genau. Die Sportfreunde aus dem Westteil schauten total verdattert, als ihnen die Ostler nach den Spielen zum Abschied die Hände reichten. Roschild fasste sich ein Herz und fragte den West-Berliner Mannschaftsführer: „Ist etwas nicht in Ordnung?“ Der schluckte verlegen und sagte dann: „Bei uns ist es üblich, dass die Mannschaften nach den Spielen gemeinsam essen und trinken, der Gastgeber bezahlt.“ „Das wussten wir nicht“, antwortete Roschild und organisierte in der Kneipe nebenan rasch ein Essen für die Gäste und für die eigene Mannschaft.

Das war im Frühjahr 1991, zum ersten Mal spielten Berliner Tennisklubs aus Ost und West in gemeinsamen Ligen. Roschilds Treptower Tennisclub hatte man in die höchste Berliner Liga eingeordnet, das zweite Punktspiel führte die Treptower zu den besten West-Berliner Tennisspielern von Rot-Weiß in der Hundekehle. „Wir hatten natürlich keine Chance“, sagt Roschild, „aber bei Rot-Weiß spielte damals der Schlagersänger Bernhard Brink. Der hat uns so nett begrüßt, echt sportlich.“ Brink, erzählt Roschild, habe den Ost-Berlinern gesagt: „Meine Jungs hau’n mächtig auf’n Putz, aber letztlich kochen die auch nur mit Wasser. Also nehmt das nicht so ernst.“ Die Treptower verloren, aber alle bekamen ein Autogramm von Brink, und – das wussten sie ja inzwischen – ein Essen vom Gastgeber.

Als Tennisspieler war die Wiedervereinigung für Roschild wunderbar: „Endlich konnten wir unsere Plätze anständig herrichten“, sagt er. „Mussten nicht mehr die Linien mit Latex streichen und konnten die alten Holzschläger ausmustern.“

Beruflich brachte die Wende für Jochen Roschild zunächst das Aus. Der heute 69-Jährige, der bereits mit zwölf Jahren zum Waisenkind wurde, kam durch den Sport nach Berlin. Man hatte ihn in der DDR als Leichtathletik-Talent entdeckt, doch es reichte nicht für die Olympiamannschaft 1964. So wurde Roschild nach seinem Hochschulstudium Sportfunktionär beim Sportclub Dynamo – und mit der Einheit arbeitslos.

„Es war ein schreckliches Gefühl, als ich das erste Mal zum Arbeitsamt musste“, erzählt er. „Ich kam mir so überflüssig vor.“ Dank seiner Erfahrung fand er aber schnell wieder Anerkennung – und die eine oder andere ABM-Stelle, mit der er sportliche Projekte verwirklichen konnte. Der Tennisplatz blieb gerade in der Wendezeit das Beständige in Roschilds Leben. Sein Treptower TC erlebte Anfang der Neunziger einen erstaunlichen Boom. „Viele West-Berliner kamen zu uns, weil wir Mitgliedsbeiträge hatten, von denen sie nur träumen konnten“, erzählt er. „Außerdem liegt unsere Tennisanlage ganz idyllisch.“

Diese Lage mitten im Plänterwald, direkt an der Spree, fand auch Jürgen Halm traumhaft. Der Franke war in den achtziger Jahren, wie viele Westdeutsche, als „Bundeswehr-Flüchtling“ nach West-Berlin gekommen, hatte Architektur studiert und Anfang der Neunziger mit Freunden den Treptower TC entdeckt. „Dort war es noch wie zu DDR-Zeiten“, sagt er. „Die Fassaden grau oder in einem schrecklichen Blau – aber das vergaß man alles, wenn man nach dem Spiel beim Bierchen am Wasser saß und grillte.“

Was Jürgen Halm und seine Freunde aber am meisten schätzten, war die Tatsache, dass man sie nicht aufforderte, in den Verein einzutreten. „Wir waren doch die Kinder der 68er“, sagt er. „Verein – das klang so nach Deutschland, nach uraltem Mief und vor allem nach Arbeit. Niemand von uns hatte Lust auf Vereinsarbeit.“ Halm und seine Freunde wollten einfach nur spielen und das konnten sie beim Treptower TC. „Wir hatten damals mehr als 100 Mitglieder“, erzählt Jochen Roschild. „Ost- oder West-Berliner, das war kein Problem. Es ging um Sport und Sieg, und unsere neun Mannschaften wurden durch eine bekannte Firma gesponsert, die hier eine große Freizeitanlage bauen wollte.“

Warum daraus nichts wurde, weiß Jochen Roschild bis heute nicht. Irgendwas ist da beim Bezirksamt Treptow schief gelaufen, ein Klub gleich nebenan bekam plötzlich Fördergeld, der Sponsor sprang ab, und so schnell wie es mit dem Treptower TC aufwärts gegangen war, ging es auch wieder bergab: Die leistungsorientierten Spieler verließen den Verein zuerst. Als dann noch bekannt wurde, dass der Verein umziehen müsse, weil das Gelände kontaminiert sei, glaubten nur wenige an eine Zukunft. Nur drei Dutzend Mitglieder von mehr als hundert blieben am Ende.

Jürgen Halm will sich damit nicht abfinden. Zwar spielte er zwischenzeitlich auch anderswo – jetzt aber hat er neue Freunde, die, wie er, den Klub erhalten wollen. Das Wort Vereinsarbeit klingt nicht mehr so abstoßend in ihren Ohren. „Vielleicht liegt es daran, dass wir älter geworden sind“, sagt er. „Oder daran, dass Vereinssport und Ehrenämter inzwischen mehr Wertschätzung genießen.“

Mit seinen Freunden ist er jeden Montag im Tennisverein. „Wir nennen sie die Montagsmaler“, sagt Jochen Roschild. „Am Anfang gab es mal Zoff, weil sie nicht immer alles weggeräumt haben, aber inzwischen gibt es keinen Grund zur Klage.“

Dass die jungen Leute jetzt den Verein erhalten möchten, freut Roschild. Immerhin gibt es den Club seit 1954, obwohl Tennis in der DDR nicht so gefördert wurde wie andere Sportarten. „Es war eben keine olympische Disziplin und es hatte für manche so was Bürgerliches“, sagt er. Und erzählt, dass sein Vorgesetzter ihn mehr als einmal aufgefordert hat, mit dem Tennis aufzuhören. „Das passt nicht zu einem Sportfunktionär bei Dynamo“, sagte der. Aber da hatte Jochen Roschild schon jene Leidenschaft gepackt, die so viele Tennisspieler vereint. Egal, ob in Ost oder West.

Vielen Dank an Tagesspiegelredakteurin Sandra Dassler
http://www.tagesspiegel.de/berlin/gemischtes-doppel/1953142.html